Welcher Bildungsweg für Entwickler?

In verschiedenen Kommentaren sowie E-Mails wiederholen sich hin und wieder Fragen. Das ist für mich ein Zeichen, dass an diesem Thema Interesse besteht. Bei genauer Betrachtung ist es für Einsteiger, speziell für Schüler und Jugendliche, nicht leicht abzuwägen. Brauche ich Abitur? Reicht ein Fachabitur? Muss ich studieren? Wenn ja, welchen Studiengang? Reicht eine Ausbildung? Schulisch oder im Betrieb? Derartige Fragen Art beantwortet dieser Artikel.

Welcher Schulabschluss ist sinnvoll?

Die Basis für die Karriere legt nicht erst ein Studium, eine Ausbildung oder eine Fortbildung. Die Grundlage wird noch in der Schulzeit gelegt. Wer bereits weiß, dass er in die IT einsteigt, sollte mindestens die Realschule besuchen. Die Bereiche Mathematik, Englisch sowie Deutsch sind besonders wichtig. Es wird jedem Kind und Jugendlichen erzählt, kann aber nicht oft genug betont werden. Bedeutend ist nicht in erster Linie das vermittelte Wissen. Speziell Mathematik schult im Laufe der Zeit das logische Denkvermögen. Die Fähigkeit abstrakter zu denken, mit Konzepten oder Ideen zu hantieren wird gestärkt. Solch eine Betrachtung schafft intrinsische Motivation.

Abitur?

Das klassische Gymnasium ist nicht zwingend Voraussetzung. Das Abitur ist aber ein »Allround Abschluss«. Nach Möglichkeit sollte man die Chance in jedem Fall nutzen. Es ermöglicht ein Studium an einer Universität. Das ist über Umwege mit Fachabitur realisierbar. Besser ist allerdings den Weg mit dem geringsten Widerstand zu gehen.

Wer kein Gymnasium besucht, sollte nach der Realschule ein Fachabitur anstreben. Bei einer weiterführenden Schule werden mathematische Konzepte vermittelt, denen enorme Bedeutung zukommt. Die anderen Inhalte vom Lehrplan sind in Teil ebenfalls wertvoll. Es gibt bei pauschalen Lösungen nie optimal zugeschnittene Betreuung. Ein Blick über den Tellerrand hinaus schadet jedoch nicht.

Der zweite Bildungsweg

Die Informationen oben richten sich an die jüngeren Leser. Wer noch zur Schule geht, kann noch unmittelbar die Grundlagen beeinflussen. Für ältere Leser hier die gute Nachricht: Der optimale Start ins Berufsleben ist eher die Ausnahme als die Regel. Alles lässt sich jederzeit korrigieren. Es wird mit der Zeit nicht leichter, aber auch nicht unerreichbar. Wer kein Abitur hat und studieren möchte, kann dies nachholen. Selbst der Besuch einer Abendrealschule ist bei einem »misslungenen ersten Anlauf« in der Schulzeit keine Schande. Ich bin über den zweiten Versuch ins Berufsleben gekommen. Mittlerweile arbeite ich seit über 10 Jahren in der IT.

Eine Angst ist, dass ein misslungener Schulabschluss ein Makel bei einer Bewerbung sein kann. Ohne weitere Bildung spricht dieser nicht für den Kandidaten. Geht er den zweiten Bildungsweg konsequent, ergeben sich aber sogar Chancen. Speziell in der Software Entwicklung und der IT-Berufswelt sind die Kriterien nicht formal, nicht statisch. Wer die zusätzliche Chance nutzt, und weiter verfolgt, tut dies bewusst. Das kann, geschickt argumentiert, überzeugend wirken! Geht jemand vom Kindergarten über Grundschule, Gymnasium und schließlich zur Universität, ist dies nicht zwingend gezielt.

Fazit

Ein Abitur ist ein wunderbarer Schulabschluss. Wer die Voraussetzungen mitbringt, sollte zum Gymnasium gehen. Das gilt aus meiner Sicht unabhängig vom Berufswunsch. Im jugendlichen Alter kennt man seine Fähigkeiten und die Vorstellungen der eigenen Zukunft nur oberflächlich. Warum Wege schon vorzeitig verbauen?

Zudem: Wenn eine realisitische Chance auf das Abitur besteht, ausprobieren! Man muss bereits in der Schulzeit Grenzen ausloten. Die existieren sowohl physisch als auch geistig. Probieren und die vorhandene Energie aufwenden. Auf dem Weg erreicht man Ziele! Am Ende unter Umständen zu scheitern, ist keine Schande. Der Realschulabschluss ist jederzeit eine Option.

Für alle anderen gilt: Es gibt auch den zweiten Bildungsweg. Auch autodidaktisches Lernen kann den Unterschied machen. Am Ende des Tages zählt, dass Sie bei einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden. Dort muss man von der eigenen Person und der Eignung für die Aufgaben überzeugen können. Mit viel Leidenschaft geht es sogar ohne Abschluss. Je höher der anerkannte Schulabschluss, je mehr Argumente haben Sie auf ihrer Seite.

Kommentare (6)

  • maximilian

    2 Jahren ago

    Welche Programme benutzt man als Programmierer häufig, und macht es Spaß damit zu Arbeiten?

    • Jan Brinkmann

      2 Jahren ago

      Hallo. Das hängt ganz von der Sprache ab. In der Regel macht es Spaß, wenn Dir auch die Arbeit mit der Sprache Spaß macht. Einige Werkzeuge sind immer unverzichtbar:

      – eine IDE (der Editor / die Entwicklungsumgebung)
      – häufig ein Compiler, bspw. bei Java, C++ usw.
      – ggf. ein Interpreter statt Compiler (PHP, Python, Ruby usw)

      Heute gibt es für viele Sprache Debugger, die meist in der IDE eingebaut sind. Auch Versionsverwaltung mit Git ist wichtig und auch spannend.

  • Danny

    2 Jahren ago

    Ich finde, zum Beispiel die Technische Fachoberschule ist auch nicht schlecht wenn man da Fachrichtung informatik auswält
    LG Danny

  • Lisa Steinmetz

    2 Jahren ago

    Hei,
    Ich lerne gerade Programmieren und eine Lehrerin sagt von uns, dass das Fachabitur genau das gleiche ist wie ein normales Abitur. Aber ein anderer Lehrer sagt wieder was anders. Was stimmt jetzt genau? Und wie lang würde z.Bsp ein studium gehen zum game-design? Wenn Sie das wissen, würde ich mich über eine Antwort Freuen 🙂
    Mit freundlichen Grüßen
    Lisa Steinmetz

    • Jan Brinkmann

      2 Jahren ago

      Per Definition kann es nicht das gleiche sein. Sonst gäbe es ja nicht zwei verschiedene Abschlüsse. Mit einem Abitur kannst Du Dich direkt an einer Universität (Hochschule) anmelden. Da kannst Du, von einem möglichen Numerus Klausus (erforderlicher Notenschnitt), für jeden Studiengang entscheiden. Mit einem Fachabitur kannst Du „nur“ an einer Fachhochschule studieren. Und da bist Du entsprechend auf die Fachrichtung festgelegt, die das Fachabitur hat.

    • Jan Brinkmann

      2 Jahren ago

      Rund um das Thema gibt es viele Möglichkeiten, auch einfach Ausbildungsgänge. Wie lang das dauert ist jeweils unterschiedlich.

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