Swift 2 kommt

Soeben hat Tim Cook die Keynote der WWDC 2015 in San Francisco beendet. In knapp zweieinhalb Stunden wurden fast ununterbrochen Verbesserungen, Neuentwicklungen und Produkte präsentiert. Im Stil einer Developer Convention ging es tatsächlich in erster Linie um Software. Die Ankündigung von Swift 2 ist zwischen Mac OS X – El Capitano, iOS 9 und One More Thing (Apple Music) fast untergegangen!

Swift 2 kommt

Das Swift 2 kommt, ging bei Ankündigungen wie iPad Splitscreen-Multitasking, den vielen Änderungen und One More Thing (Apple Musik) fast unter. Aber, es kommt wirklich. Die Liste der Änderungen sieht wirklich vielversprechend aus! Und noch besser: Swift wird OpenSource! Damit steht die Sprache und ein Compiler unter anderem auch für Linux zur Verfügung. Wie großartig ist das? Jegliches Wissen rund um die geniale Sprache Swift öffnet also eine ganze Reihe weiterer Türen! Serveranwendungen, Webanwendungen und viele Weitere Bereiche könnten Swift adaptieren. Vielleicht kann ja sogar Google Android-Entwicklung mit Swift ermöglichen. Eine Sprache für beide Welten. So könnten auch weitere Prozesse mit Oracle rund um Java aus dem Weg geräumt werden. Wie wäre es, Larry? Sergey? Eric? 😉

Neuerungen in Swift 2

Swift 2 wird mit Xcode 7 veröffentlicht. Auch hier wird wieder der bereits bewährte Swift Migrator (den ich hier im Video vorgestellt habe) zum Einsatz kommen. Es gibt also keinen Grund, mit Swift zu zögern oder auf die neue Version zu warten. Im Gegenteil. Angesichts der unglaublich tollen Erweiterungen, gibt es keinen besseren Zeitpunkt als jetzt um bereits die Grundlagen zu lernen! Bisher gibt es noch keine verfügbare Beta von Xcode7. Sobald die bereit steht, kommt natürlich eine Vorstellung mit Video. Hier eine Übersicht zu den neuen Features vorab.

Verbessertes Error Handling

Neben NSError Variablen werden in Swift 2 nun auch Exceptions mit do/catch-Blöcken Einzug halten. Die sind aus Java bereits bekannt, machen aber auch in Swift unglaublich sprechende Fehlerszenarien möglich. Ein großer Wurf? Sicher nicht. Aber eine konsequente Weiterentwicklung ganz sicher.

Availability Checking

Auch heute wurde wieder klar betont, wie hoch die Update-Rate in der iOS-Benutzerbasis ist. Knapp 83% der iOS-Benutzer haben bereits auf Version 8.0 aktualisiert. Das macht es enorm einfach auch neueste Features zu verwenden. Im Vergleich dazu ist Android 5 nur auf etwa 12% der Telefone in Nutzung. Das liegt in erster Linie an den strategisch getroffenen Entscheidungen und der Tatsache, dass auch iOS9, das heute vorgestellt wurde, keine Geräte ausschließt. Das neue Availability Checking macht es jedoch einfach zu prüfen, ob ein bestimmtes Feature auf dem eingesetzten Betriebssystem zur Verfügung steht.

Verbesserte Syntax

Wie weitreichend hier Änderungen sind lässt sich noch nicht sagen. Vieles klingt aber eher nach Erweiterungen, neuen Keywords und Möglichkeiten. Kontrollstrukturen werden durch do, guard, defer und repeat erweitert. Hier ein Beispiel zum Error Handling im Swift Language Guide:

Spezieller Fokus ist hier die vend()-Funktion. Mit dem neuen Keyword guard können Variablen und Parameter validiert werden. Das Keyword throws zeigt an, dass eine Exception bzw. ein Fehler geworfen werden kann. Ähnlich wie beim Remainder-Operator oder den switch-Statements geht Swift über das bisher bekannte hinaus.

Das neue defer-Statement kann verwendet werden, um in einem Block Aktionen für das Aufräumen zu sorgen! Wie genial. Statt dies über den Code zu verteilen, wird nun an Ort und Stelle für den weiteren Verlauf gesorgt. Ein passendes Beispiel, auch aus dem Language Guide, zeigt dies beim Öffnen und Schließen von Dateien:

Zusätzlich werden Verbesserungen an der Benennung von Funktionen und Methoden eingeführt. Es wird Protocol Extensions sowie Standardimplementierungen geben. Außerdem soll erweitertes Pattern-Matching in if-Statements und for-Schleifen verfügbar sein. Mehr Details dazu, sobald es weitere Informationen gibt.

OpenSource

Und das beste? Swift wird OpenSource. Zum Ende des Jahres öffnet Apple Swift für die weitere Welt. Welche Auswirkungen das allein auf Serverebene haben kann, ist schon gewaltig. Vielleicht gibt es ja auch bald Frameworks für’s Web, die in Swift geschrieben werden? Ich wäre so sehr begeistert und könnte mir vorstellen PHP über Nacht den Rücken zu kehren. SwiftPress? Serving a website near you! Vielleicht bald schon Realität?

Fazit

Ich bin total begeistert und wirklich hin und her gerissen. Ich kann es gar nicht abwarten, bis die Vorabversion von Xcode7 heruntergeladen ist und ich mit Swift 2 spielen darf. Lohnt es sich also jetzt Swift zu lernen? Oder lieber bis zur neuen Version warten? Dazu kann ich nur sagen, wenn nicht jetzt, wann dann? Es wird schließlich keine neue Sprache, sondern „nur“ ein Upgrade. Alle Projekte können mit dem Migrator von Xcode automatisch konvertiert werden. Jegliche Zweifel sind unbegründet. Also: Direkt in Swift einsteigen. Wer weiß, in welchen Bereichen Dir Swift bald noch begegnet.

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