Programmieren in der Schule lernen?

In den Medien stellen zunehmend Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft diese Fragen. Sollen bereits Kinder Programmieren lernen? Müssen überhaupt alle Menschen Software entwickeln? Die Debatte wird an einigen Stellen viel zu kurz geführt. Nicht die konkreten Fragen rund um Inhalte sind ein Problem. Was die Welt für Anforderungen an unsere Kinder stellt, weiß heute noch niemand. Und genau darauf muss man sich vorbereiten! Sollen Kinder Programmieren lernen? Ja und nein! Es gib mehrere Blickwinkel. Meine Sicht schildere ich Dir in diesem Artikel.

Deutschland auf dem Prüfstand

VollidiotenTeile der Gesellschaft treffen sich bei Pegida Kundgebungen in Dresden, Bonn und früchten sich gemeinsam vor einem “Abschied deutscher Kultur”. Was auch immer ausschließlich deutsche Kultur sein mag. Während der Blick also in die falsche Richtung geht, verändert sich die Welt an ganz anderer Stelle weiter. Das ist weder gut noch schlecht. Vielmehr ist es fakt. Erfolg besteht nur zu 10% aus Schicksal. 90% beeinflusst die eigene Reaktion darauf. Tut Deutschland genug, um die 90% ansatzweise zu lenken? Ich glaube nicht. Der Wandel wird verschlafen.

Vielleicht sind sich viele Menschen dieser Entwicklung noch gar nicht bewusst. Denn die “althergebrachte Industrie” spielt als wirtschaftlicher Faktor heute noch eine tragende Rolle. Vielleicht auch noch in 10 oder 15 Jahren. Noch ist die IT-Welt vergleichsweise unbedeutend – in Deutschland! Die spannende Frage: Wie sieht die Gewichtung in Zukunft aus ; in 20 oder 30 Jahren? Länder in Europa werden sich, wohl oder übel, verstärkt als  Informations- oder Wissensgesellschaft etablieren.

Es gibt superviele Länder, in denen Waren günstiger produziert werden als hier. Der Trend zur Auslagerung ist ja kein neues Phänomen. Was spricht auch groß dagegen? Ggf. Startschwierigkeiten wie Qualitätsprobleme, Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter oder Sprachbarrieren. Das sind isolierte Probleme. Die können gelöst werden. Und was kommt dann? Die bisherige Antwort der Bundesregierung? Man hatte sich der sogenannten “Industrie 4.0” verschrieben. Kann dies die Lösung sein?

In dem Bereich ist unser Land alles, aber nicht Weltspitze. Schade. Denn: Wer bei Innovationen mitmischen will, muss dies sein. Die Chance bei einer Idee als erster am Markt zu sein, bietet sich nicht mehrfach. Wer einen Vorsprung erarbeitet, kann rein durch Technologie und Wissen ein Quasimonopol aufbauen. Siehe Google. Rein wirtschaftlich gesehen, das beste was passieren kann. Es gibt auf dem Gebiet niemanden, der in nächster Zeit ernsthaft zur Konkurrenz wird. Und genau dies muss der Anspruch sein, wenn man nachhaltig einen Markt in einer Informationsgesellschaft dominieren will. Erst recht, wenn die wirtschaftliche Zukunft eines Landes davon abhängt. Tolle Gedanken dazu bietet auch das Buch Zero to One von Peter Thiel, einem weltbekannten Investor aus den USA (bspw. erster Investor bei Facebook, Mitgründer von PayPal usw).

Egal in welche Richtung es konkret geht. Für automatisierte Abläufe, braucht man später deutlich weniger Menschen als heute. Bezahlen an der Kasse? Theoretisch schon ohne Kassierer möglich. Die Fertigung in der Industrie? Verstärkt durch Roboter. Ein drastischer Wandel könnten autonome Autos werden. Wenn die in 10 oder 15 Jahren in Serie gehen, braucht gar nicht mehr jeder Mensch ein Auto. Dementsprechend sinkt der Markt. Parkmöglichkeiten könnten ganz anders gelöst werden. Ein extremer Wandel. Kein Sciene-Fiction. Vielleicht dauert es auch noch 25 oder 30 Jahre. Fakt ist: Die Technik dazu funktioniert in Prototypen bereits.

Was benötigt wird sind Menschen mit Wissen. Leute die Maschinen entwerfen, Angestellte die Roboter Leben einhauchen.

Das Bildungssystem am Scheideweg

Die Vorbereitungen auf die kommenden Veränderungen legen unsere Kinder und deren Kinder. Das jetzige Bildungssystem ist dafür nicht ausgelegt, gelinde gesagt. Positiv formuliert: Es stammt aus einer ganz anderen Zeit. Die Welt ist in den Vergangenen 20 Jahren schnelllebiger geworden. Die Strukturen der Bildungseinrichtungen sind nicht mitgekommen. Sie haben sich nur unwesentlich verändert. Noch schlimmer: Durch die Föderalismusreform haben, aus meiner Sicht, sogar viel Zeit verloren.

Klar, der Lehrplan ist angepasst worden. Heute geht man daher auch länger zur Schule. Statt um 13Uhr gibt es mehrere Tage erst um 15-16Uhr Schulende. Löst immer noch das grundlegende Problem nicht. Eine Herausforderung wird in Zukunft sein angemessen auf die Welt, den Markt und das geforderte Wissen einzugehen. Dazu ist aber bisher die Regierung nicht in der Lage. Bis heute wird ja nicht einmal ein PC bundesweit im Unterricht integriert. Es gibt Lehrer die das tun. Aber eher aus eigener Initiative.

Krankheit Nummer 1 – die Aufteilung auf 16 Bundesländer. Ich frage mich warum etwas wichtiges in der Verantwortung vieler kleiner Bundesländer ist – in einer globalen und vernetzten Welt! Mindestens auf Bundesebene sollte eine einheitliche Regelung gelten. Leider Fehlanzeige. Es werden einzelne Symptome bekämpft. Der Patient Bildungssystem hätte aber eine umfassende Reform jedoch bitter nötig. Ein Artikel der Zeit zum Thema Bildungspolitik aus dem Jahr 2012 geht toll darauf ein.

Die Mühlen der Politik mahlen langsam. Auf Anforderungen kann man so gar nicht eingehen. Informatik Unterricht gibt es zwar, aber gar nicht bindend oder umfassend genug.

Warum lernen unsere Kinder?

Wir stellen die eigentliche Frage einfach mal andersherum: Muss unbedingt das alte Ägypten im Detail im Detail durchgekaut werden? Wie wichtig ist das teilweise geforderte Faktenwissen aus dem Geschichtsunterricht? Eine Übersicht ist toll, aber endlos viele Jahreszahlen helfen in der Realität niemandem. Grundbildung? Ja, gern! Und warum? Kinder sollten die Welt in der sie leben verstehen.

Andere Fragen, ähnliche Antworten: Warum lernen Deine Kinder Chemie, Biologie oder Physik? Werden Sie später Naturwissenschaftler? Sicher nicht alle. Warum lernen sie die Grundlagen? Sie sollen die Welt in der sie leben verstehen.

Die Welt verstehen lernen

Die Welt bewegt sich. Sie bewegt sich sogar sehr schnell und agil. Betrachte einfach nur mal die Änderungen der letzten 10 Jahre! Facebook? Gab es noch gar nicht! Twitter? Erst später gegründet! Youtube? Heute vor 10 Jahren: Gründung in Vorbereitung. Und das sind nur drei Beispiele.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich vor 15 Jahren eher eine Ausnahme war. Gesellschaftlich betrachtet ein Sonderling. Online mit ICQ chatten? Zeit in “sozialen Netzwerk” wie dem IRC verbringen? Online-Gaming? Das war etwas für Nerds. Die sind heute sogar die Stars von beliebten Fernsehsendungen wie der Big Band Theory! Du hast ein Handy? Was willst du denn damit? Programmieren oder mit Linux arbeiten? Alles Themen, die heute absolut normal sind. Mainstream halt.

Und genau da liegt das Problem. Unsere Kinder wachsen mit IT auf. Viele verstehen aber gar nicht, wie sie funktioniert. Nicht mal im Ansatz. Wer nicht schon in jungen Jahren aus eigener Initiative hinterfragt, bekommt vielleicht erst in der Ausbildung oder dem Studium einen Blick “Hinter die Kullissen”.

Sollen Kinder also in der Schule Programmieren?

Ja, denn ein erster Einstieg und das Grundverständnis zahlen sich später aus. Ein mündiger Bürger wächst nur heran, wenn er die Welt um ihn herum einschätzen kann. Außerdem hilft das Grundwissen später. Die logische Denkweise wirkt sich auch auf andere Bereiche im Leben aus. Frühes Engagement und Erfolgserlebnisse prägen! Das weckt vielleicht früh die Lust auf eine Karriere in der IT. Und: Menschen mit dieser Leidenschaft kann die Zukunft sicher gebrauchen.

Nein, nicht jeder Mensch muss Software entwickeln. Soll er auch nicht. Aber ebenso wenig wird jeder Schüler Biologe, Physiker oder Chemiker. Auch kein Historiker mit umfassendem Wissensschatz. Daher lautet also die Antwort ganz klar Ja und Nein.

Was denkst Du?

Wie denkst du über das Thema? Welche Erfahrungen hast Du in der Schule mit IT gemacht? Wie stark fallen solche Themen ins Gewicht? Hinterlass einfach einen Kommentar nach dem Piepton: ….. *piep*.

Kommentare (6)

  • Roth

    3 Jahren ago

    Dieses Thema ist so alt wie der erste Personal Computer (Commodore C64).

    Ich hatte das Glück, das ich in einer Schule war, wo fast alle Lehrer Strafversetzt waren. Der Grund lag darin, das die meisten das eigentliche Schulsystem kritisiert haben. Ein Lehrer muß sich ganz stupide nach dem Lehrplan halten. Dieser Plan ist vorgegeben, wie ein EDV Programm. Ein Lehrer hat somit keinen Freiraum seinen Untericht frei zu gestalten. Die Lehrer die dieses System kritisiert haben und versucht haben es zu ändern und den Schuldirektor Kritisiert haben sind häufig “strafversetzt” worden.
    Also hatte ich das Glück in einer Schule zu sein, wo sehr kreative Lehrer waren.

    Der Schulleiter hatte natürlich alle Hände voll zu tun den Ansprüchen gerecht zu werden. Die Lösung war: “Freiwilliger Untericht!” Dies sind Stunden, die nicht im Lehrplan stehen und meistens am Nachmittag sind. Für die Schüler war dies eine Mehrbelastung, weil sie dann zwei Unterichtsstunden in der Woche mehr hatten. Eine weitere Lösung war die Projektwoche, die einmal im Jahr statt finden durfte und wo jeder Lehrer endlich mal das Korsett ablegen konnte und so seinen Untericht gestalten kann, so wie er ihn sich vorstellt. Dadurch war in der Schule eine Kongruenz entstanden, weil die Schüler wählen konnten, in welchem Kurs sie hineingehen wollten. Schauspielgruppe, Gartengruppe, EDV Gruppe, Naturgruppe, Handarbeit…. Jeder Lehrer mußte nun seinen Lehrplan dem Direktor vorlegen, die dann ausgehangen wurden. In Chemie wurden sogar Raketenautos gebaut. Dies alles war in einer Gesamtschule, die nach A (Gymnasium), B (Realschule), C (Hauptschule) in Kursen aufgeteilt war.
    Früher gab es kronischen Lehrermangel und so konnten sehr viele “Handwerker” in das Schulsystem hineinkommen.
    Z.B. KFZ Mechaniker, die im Physik Untericht tätig waren oder Fernsehtechniker, die erklären konnten, wie die Technik in einem Atomkraftwerk funktioniert oder wie ein Computer aufgebaut ist.
    Schon damals hatte man kritisiert, das dies zu theoretisch ist. Also hatte der Lehrer einen ersten Commodore C64 mitgebracht. Damals Neupreis 1300,- DM mit Datasette.

    ° Natürlich ist es wichtig, das die heutige Jugend lernt wie Computer funktionieren und wie ein Programm entsteht. Die leichteste EDV Sprache ist immer noch “Basic” !
    Von dieser Sprache sind sehr viele weitere EDV Computersprachen entstanden, die fast alle von Basic abgeleitet sind.

    °Ich habe dabei sehr wichtige Erkenntnisse erworben, warum ich kein Programmierer werden wollte.
    1. Es reicht nicht aus eine Programmiersprache zu lernen, sondern ein Programmierer muß mindesten zwei – drei Sprachen sehr gut können.
    2. Englisch kenntnisse sind sehr wichtig und sind sehr hilfreich, weil alles auf dieser Sprache aufgebaut ist.
    3. Ist es wichtig, das man technisch viersiert ist. Gerade in der heutigen Zeit müssen immer mehr Microcomputer programiert werden, die technische Geräte steuern sollen. (Robotertechnik).
    4. Wird es in Zukunft sehr wichtig sein gerade im alltäglchen Haushalt mehr Bequemlichkeiten einzurichten, wo uns heute noch bei vielem das Vorstellungsvermögen fehlt.

    Die Zukunft liegt in Deutschland bei der Robotertechnik und in Gebäudetechnik/Industrietechnik
    Der Elektriker, frühere Berufsbezeichnung: Elektroinstallateur, hat heute nun die neue Berufsbezeichnung Elektroniker in Energie & Gebäudetechnik.
    Schwerpunkt ist die Programmierung von SPS Anlagen(Industriesteuerung) und die Programmierung von EIB/knx Systemen.

    Weitläufig auch bekannt unter “Das Intelligente Haus!” Momentan ist diese Technik noch sehr teuer. Aber das war der C64 auch mal… Heute hat “Jeder!” ein Smartfone! Was nichts anderes ist wie ein Computer. Nur sehr viel kleiner und tausendfach!!!!! Leistungstärker wie der erste Personal Computer.
    Also wird uns in Zukunft nicht nur das Internet beschäftigen, sondern auch das “Intelligente Haus!”
    Was Heute schon machbar ist, mit einem Fingerprint in sein Haus zu kommen. Das System weis nun wer anwesend ist und kann vollautomatisch die Programmierten Szenarien ausführen. Das Licht geht von alleine an mit Bewegungsmeldern. Die Beschattung richtet sich automatisch so ein wie das Sonnenlicht einfällt. Das Licht und Heizung wird automatisch eingeschaltet, so wie man es haben möchte. Sogar die Musik geht wie von Geisterhand automatisch.
    In Zukunft kann die EDV Technik sogar automatisch die Musik nach Gemütszustand auswählen, wenn man das Armband an hat, das den Puls & Energieverbrauch ermittelt, wo die Daten an das Smartfone weitergegeben werden und die Daten über das Internet an die EIB Intelligente Haussteuerung weitergeleitet werden.
    Dies ist nur ein kleiner Auszug, der heute schon machbar ist. Die Krankenkassen wollen sogar schon das viele junge Menschen die Gesundheitdaten weiterleiten zur Auswertung. Da sind natürlich sehr große Bedenken da, weil es um Kosten geht. Das ist auch ein Grund, warum die Gesundheitskarte sehr stark kritsiert wird. Es soll so weit kommen, das diese Daten an die Apotheke und dann an die Krankenkassen weitergeleitet werden. Der Gläserne Mensch wird somit immer Wahrhaftiger.

    In Zukunft wird es darum gehen, wem die Daten zur Verfügung gestellt werden. Brisant wird es, wenn ein Zukünftiger Arbeitgeber zugriff auf solche Daten bekommt. Google hat dies zuerst erkannt und sehr viele Softwarefirmen in den USA. Snowden hat ja uns darauf hingewiesen, das die NSA eine riesige Datenkrake ist, wo hunderte millionen and die Softwarefirmen gezahlt werden, um an Daten zu kommen.
    Die NSA hat EDV Zentren, die viele 100 MW an Strom brauchen. Ganze Kraftwerke werden benötigt, um solche Zentren am Leben zu erhalten. Google hat schon große Rechenzentren, wo man manchmal einen Einblick bekommt in das Innenleben eines Rechenzentrums. Doch die Bilder sind viele Jahre alt und Google ist im Vergleich zur NSA nur ein Weisenkind.
    Die T-com baut auch große Rechenzentren in Deutschland. Die Cloud ist sehr wichtig geworden. Die Industrie benutzt meistens solche System zur Datensicherung. Auch werden so unwichtige Daten ausgelagert, um Platz zu schaffen auf den Servern in der Industriefirma.

    Für alle diese Sachen werden Techniker gebraucht, die auch programmieren können! So ist eine EDV Ausbildung und das programmieren in Zukunft fundamental und Excistenziell für Deutschland!
    Für die Jugund bedeutet es heute schon das IT-Spezialisten besser bezahlt werden, wie ein Meister oder manch ein anderer Akademiker.

    Also stellt sich nur noch die Frage wie groß muß der Druck von den Eltern, auf Schulleitung&Politik noch ausgeübt werden, damit die Kinder in eine gesicherte Zukunft blicken können?

    Nur die Jugend ist die Zukunft von Morgen.

    Eugen Roth

    • Jan Brinkmann

      3 Jahren ago

      Hey, vielen Dank für den wirklich ausführlichen Kommentar! Der hätte Potential zu einem eigenen Artikel gehabt 🙂

      Ja, in der Tat ist es so ein wenig von den Lehrern abhängig. Ich möchte auch gar nicht direkt die Lehrkräfte angreifen und den schwarzen Peter dort verteilen. Wer es früher nicht gelernt hat, wird nicht einfach mit 50 selbst einsteigen und spontan in den Unterricht integrieren. Aber: Solche Defizite sind ja, wie Du sagst, auch schon lange ein Problem. Die Regierung sollte das abfangen.

      Vielen Dank für die umfassende Beantwortung. Freue mich auf weitere spannende Anregungen!

  • Peter

    3 Jahren ago

    Hallo

    Zu Beginn mal ne ganz provokative Frage: Gibt’s denn nicht schon genug Software-Lösungen? Laufen wir denn – gerade aktuell – nicht eher Gefahr, durch neue Programme nur noch effektiver überwacht und in unseren (Konsum-)Gewohnheiten durchschaubarer zu werden?

    Und was hilft es uns, Kindern deren Gewohnheiten sich lediglich im aktuellen social-web-Kosmos bewegen, das Programmieren beizubiegen. Müssen wir dann nicht sehr darauf achten, dass da dann auch entsprechendes Problem- und Verantwortungsbewusstsein gleich mal mitgeliefert wird? Wer soll das leisten?

    Jede Zeit hatte seine Spezies von Programmierern. Zuerst waren es Leute, die einfach notgedrungen den Riesenhunger dieser neuartigen Maschinen zu stillen hatten. Dann kamen die Herren in Krawatten, die es auf sich nahmen, das Geld, das aus dieser neuen Quelle sprudelte, in die Bahnen zu lenken, auf dem es möglichst direkt in den Taschen ihrer jeweiligen Herren landete.

    Heute geht es eher darum, die Kundeninteressen im Tausch gegen eine Erweiterung des Wirkungsgrades derer Ego kennenzulernen, Daten zu sammeln und sie zu einem politischen oder handelsfähigen Wirtschaftsgut umzuwandeln.

    Und ich bin sehr sicher, dass kein Mitglied der angesprochenen Gruppen seine Schöpfungskraft, Inspiration und Kompetenz aus seiner eigenen Schulzeit herleiten könnte.

    Ich freue mich hier immer, wenn Jan seinen Idealismus und die an sich selbst gestellten Ansprüche durchblicken lässt. Ich kenne eine Menge Programmierer, aber niemanden darunter, der so sympatisch “tickt”.

    Meiner Meinung nach, muss dieser Anspruch, diese Berufung in jedem selbst reifen können und zwar durch den Umgang mit guter und schlechter Software sowie gewieften und unbelasteten Nutzern … und nicht durch ein neues Schulfach, dass sich vielleicht erst mal megacool anhört … aber dann trockener wird als die ägyptische Wüste mit ihren Pyramiden und Jahreszahlen. 😉

    Lieben Gruß und schönes Wochenende

    Peter

    • Jan Brinkmann

      3 Jahren ago

      Software entwickelt sich immer weiter. Kein Geschäft ist so schnelllebig wie die IT Branche. Gibt es genug Software? Ganz sicher nicht. Es gibt viele Bereiche in denen Raum für neue Ideen, Ansätze und Verbesserungen schlummern. Ein tolles Beispiel sind die autonomen Autos. Wenn Google das System in 10-15 Jahren marktreif hat, kann das eine ganze Industrie von vorne bis hinten umkrempeln. Und wer hat bei solchen Entwicklungen die Nase vorn? Die USA. Nicht Europa, ganz sicher nicht Deutschland.

      Es hilft ganz einfach: Es erweitert den Horizont. Es muss ja keiner drei Jahre lang zum Entwickler werden. Es geht um Grundkenntnisse, die Gedankenwelt dahinter kennenlernen.

      Klar sind immer mehr auf den Zug aufgesprungen. Ob dort irgendwer künstlich das Interesse angekurbelt hat, sei dahingestellt. Ich glaube, es war eher die Nachfrage und Faszination der Menschen. Warum nicht dann auch damit Geld verdienen?

      Programmierung hat nicht nur etwas mit Daten sammeln zu tun. Selbst Dein Kühlschrank enthält programmierte Logik. Ebenso das Programm Deiner Waschmaschine oder der Heizungssteuerung. Sogar alltägliche Gegenstände wie Kassen, Bankautomaten und Ampelschaltungen werden programmiert. Big Data ist ein kleiner Bereich, den man auch so oder so sehen kann. Sind Facebook oder Google böse, weil Sie die anfallenden Daten auswerten? Es sind daraus Geschäftsmodelle entstanden. Ist das schlimm? Nicht unbedingt. Es werden ja keine Profile verkauft. Es entsteht eine Möglichkeit gezielter Isolierung von Zielgruppen. Das hat nichts mit blinder Euphorie zu tun. Es gibt einfach verschiedene Aspekte hierbei. Und genau deshalb ist es wichtig darüber zu lernen. Wie funktioniert IT? Daten die ich eingebe, wird weiterverarbeitet. Wird gespeichert. Ist vielleicht aus dem Netz gar nicht mehr so einfach zu entfernen.

      Das viele ihr Wissen nicht aus der Schule haben, ist ohne Zweifel. Und genau das ist ja der Punkt. Immerhin die Grundlage sollte geschaffen werden. Einfach erste Einblicke in die Welt der Software und der Computer. Ob das später interessant ist, kann jeder selbst entscheiden. Mathematik ist auch wichtig, obwohl nicht jeder Mathematiker wird. Vieles was dort gelehrt wird, schafft eher die Vorraussetzungen für abstraktere Denkweisen. Ich denke sogar, mit etwas Grundwissen rund um Software hat man viel praktischeres Wissen als bspw. dem Ableiten einer Formel.

      Grundsätzlich teile ich die Ansicht! Ich bin gar nicht Fan von der Idee Menschen in die IT zu lenken. Aber: Wir sollten an die Zukunft denken. Und ich glaube da spielt die IT eine immer größere Rolle. Wirtschaftlich werden wir immer mehr als Informationsgesellschaft unsere Umsätze generieren. Industrielle Fertigung wird nicht die Zukunft sein. Und gerade im Bereich der IT sind uns die USA Meilenweit voraus. Das sieht man schon am Umgang mit Facebook, Google und Co. Wir sorgen nicht dafür, dass hier solche Unternehmen entstehen. Im Gegenteil. Es ist mega kompliziert sich hier überhaupt selbstständig zu machen. Das geht alles einfacher. Selbst der Binnenmarkt in Europa ist eine totale Katastrophe wo man gar nicht durchblicken kann.

      Wird also Zeit, die nächste Generation für die IT zu begeistern. Die Weichen in Richtung Zukunft sehe ich jedenfalls nicht gestellt.

  • Danny

    2 Jahren ago

    Also, ich bin der Meinung, dass Kinder nicht programmieren sollten in der schule ( auser z.B. wenn man jz in eine schule geht, wo es die fachrichtung informatik auch gibt) weil ich der meinung bin, dass wenn jetzt einer sprachen lernt, bringt das ihm nicht viel Prgrammieren zu lernen, weil es nur mehr wissen ist, und ich bin der meinung, dass wenn einem Programmieren nicht gefällt, ist es eine der schwierigsten sachen die es gibt, und ich glaub, die wenigsten z.B. in nem classischen bzw. Sprachenlizeum i teressieren sich für programmieren, was die 6-8 klasse betrifft, die meisten wissen bis zur 8. Klasse nichtmal was eine Variable ist, und, was sollten kinder in der 8. Klasse ferstehen, wenn sie grad mal ferstehen, was eine variable ist? ( okey, es gibt ausnahmen, aber von lehrerhinsicht ausgesehen, verstehen sie das noch nicht richtig.
    ( sorry für miserable rechtschreibung)
    Lg Danny

    • Jan Brinkmann

      2 Jahren ago

      Hallo. Danke für den Kommentar. Naja, es muss ja nicht einmal eine konkrete Sprache wie C++, Java oder JavaScript sein. Es geht viel mehr um die Konzepte dahinter. Es gibt sogar wunderbare Wege um dies spielerisch zu vermitteln. Das verstehen auch schon Grundschüler. Wichtig ist nicht so sehr das Fachwissen. Es geht viel mehr um die notwendigen Denkmuster.

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