Insel Java, Vulkan Bromo und Berg Semeru

Zumindest im deutschsprachigen Raum ist die Java Insel, also das Buch Java ist auch eine Insel von Christian Ullenboom, der Klassiker unter den Java Büchern. Bei Entwicklern geht der Trend natürlich klar hin zum Zweitbuch. Und genau dafür ist die Insel perfekt geeignet. Als Einsteigerwerk ist sie tendenziell nicht falsch. Wenn Du aber Programmieren lernen möchtest, solltest Du Dich mit einer gezielteren Auswahl an Themen befassen. Hier wird wirklich sehr vieles abgedeckt, was Einsteiger eher von wichtigeren Konzepten abhält. In diesem Artikel betrachten wir das tolle Werk von dem Herrn Ullenbook etwas genauer.

Die Java-Insel als Onlinebuch

Ganz ehrlich: Das erste mal kam ich als Schüler mit der kostenlosen Onlineversion in Kontakt. Der Verlag Galileo Press, dem ich bis heute für dieses Angebot sehr dankbar bin, bietet eine freie Version im Internet als sogenanntes Openbook an. Leider musste sich der Verlag umbenennen und heißt nun Rheinwerk Verlag. Aktuell sind dort jedoch nicht mehr die neusten Versionen, sondern ältere Ausgaben hinterlegt. Dies liegt offenbar an rechtlichen Problemen, die sich daraus ergeben haben. Bleibt zu hoffen, dass sich dies auch wieder ändert. Nichts desto trotz: Die Onlinereferenz kann superpraktisch sein, vor allem wenn man gerade die Bücher nicht zur Hand hat. Ich kann mich an mehrere Situationen erinnern, in denen sie mir auch später tolle Dienste geleistet hat.

Hier geht es zur Onlineversion der Java-Insel →

Das kostenlose Angebot ist, jedenfalls für mich, kein vollständiger Ersatz für ein „handfestes Buch“. Schauen wir uns also auch die gedruckten Versionen etwas näher an.

Java ist auch eine Insel – Das umfassende Handbuch

Egal ob gedruckt oder elektronisch: Das Werk ist wirklich umfangreich! Ins „Gewicht“ fällt das jedoch erst, im wahrsten Sinne des Wortes, wenn man die gedruckte Version vor sich hat. Das sagt noch nichts über die Qualität aus. Jeder kann ein schlechtes Buch problemlos auf über 1300 Seiten aufpusten. Die Kunst liegt in der Einfachheit und Kürze. Und die wurde hier bei den einzelnen Themenbereichen getroffen!

Schon Aufgrund der Seitenzahl ist es meiner Meinung nach nicht zwingend als Buch gedacht, dass man von Cover zu Cover durcharbeitet. Einsteiger finden in den ersten Kapiteln wichtige grundlegende Themen. Im weiteren Verlauf geht es aber ebenso um fortgeschrittenere Themen und eine umfassende Übersicht über von Java bereitgestellte Bordmittel und Klassen.

Die Insel ist quasi randvoll mit Wissen und durch mittlerweile über 10 Auflagen ein enorm ausgefeiltes Werk. Nichts wirkt zufällig platziert. Die Themenbereiche sind wunderbar strukturiert. Man kann es also optimal später als Referenz greifbar haben und zielgerichtet Antworten finden. Auch die Themenwahl behandelt bei den „fortgeschrittenen Abschnitten“ vieles, was im Alltag früher oder später mal relevant wird. Doch Java bietet noch deutlich mehr. Deshalb wurde das Standardwerk der Javawelt aufgeteilt. Java ist auch eine Insel wurde fortgesetzt! In der Filmwelt ist ein Sequel nicht immer der Garant für packende Inhalte. Bei Büchern ebenso wenig. In diesem Fall geht das Konzept aus meiner Sicht jedoch voll auf!

Java SE 8 Standard-Bibliothek – Insel 2

Die erste Version der Insel behandelt in vielerlei Hinsicht grundlegende Themen. Zum einen geht es um grundlegende Themen. Variablen, Syntax, Klassen, Methoden und so weiter. In keiner guten Referenz darf so etwas fehlen. Aber auch die weiteren Kapitel sind eher Themen, die sich vor allem auf die objektorientierten Konzepte von Java und häufiger verwendete Hilfsmittel beziehen. Die zweite Version ist nicht als Nachfolger, sondern als Erweiterung dazu zu sehen.

Hier geht es dann wirklich ohne große Erklärung von Themen für Einsteiger darum, die Standardbibliothek besser kennenzulernen. So geht es zum Beispiel im Kapitel rund um Zeichenketten weit über die Bedürfnisse eines Anfängers hinaus, weshalb auf derartige Themen in der Java Insel 1 verzichtet werden kann. Sich direkt am Anfang bspw. mit regulären Ausdrücken zu befassen, dürfte 90% der Leser eher abschrecken als motivieren weiterzulesen.

Aber auch andere Konzepte wie Threads und nebenläufige Programmierung richten sich nicht an den Einsteiger. Daher nochmal: Die Idee, so etwas in einem gesonderten Buch zu behandeln, empfinde ich mehr als gelungen. Gleiches gilt für viele andere angesprochene Themen wie Algorithmen, umfassende Informationen zum Zugriff auf das Dateisystem, Dateiformate, Netzwerkprogrammierung und so weiter. Insgesamt ist hier die Trennung optimal gewählt worden.

Spannend ist auch das Kapitel rund um die Dienstprogramme. Mit „ant“ arbeite ich schon lange, kann aber jedem Java-Entwickler nur empfehlen sich damit zu befassen. Beim Prozess der Veröffentlichung von Software (Jar-Archive erstellen, kompilieren, ZIP-Archive bauen, etc), kann das sehr hilfreich sein.

Alternativen zur Insel?

Über den Tellerrand zu schauen war schon immer sinnvoll. Wenn Du nach einem vergleichbaren Angebot auf dem Markt suchst, wird die Luft aber auch mit viel Mühe ziemlich dünn. Zusammen genommen sind die erste und zweite Ausgabe schon ein echt starkes Team. Um fairen Wettbewerb zu garantieren, bin ich aber trotzdem auf der Suche gewesen.

Am nächsten kommt vielleicht aus dem Haus O’Reilly das Werk Java-Programmierung – Das Handbuch zu Java 8 an die erste Insel heran. Da ich es selbst aber nicht vollständig durchgearbeitet habe, kann ich meine Hand nicht für jedes Kapitel ins Feuer legen. Insgesamt aber sicher ein solides Buch. Größter Vorteil: Es macht sich unglaublich gut in einer ohnehin vorhandenen Sammlung mit Tierbüchern.

Kritik an der Java Insel

Inhaltlich ist das Werk, auch dank der vielen Auflagen und Überarbeitungen, ein enorm ausgereiftes Buch. Echte Kritik kann ich daran nicht üben. Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich insgesamt bei den technischen Büchern von Rheinwerk die Schriftart bei Codebeispielen. Es ist definitiv besser geworden. Insgesamt gäbe es aber vielleicht auch noch eine Monospace-Schriftart, die vielleicht noch besser aussehen würde. Das ist aber zum einen Geschmackssache und außerdem jammern auf einem echt hohem Niveau.

Fazit

Der Artikel sollte mit Sicherheit nicht als Lobeshymne falsch verstanden werden. Aber ich habe ernsthaft nichts, was es wirklich zu kritisieren gäbe. Mögliche Themen wäre ggf. noch Unittesting mit JUnit oder auch Continuous Integration, bspw. Jenkins. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte wäre dies aber, dass wieder aktuelle Versionen als Openbook bereitstehen. Ich habe die Bücher ohnehin immer gekauft. Java ist auch eine Insel? In der Tat. Aber die Java Insel ist auch ein Buch, oder besser gesagt, zwei. Für Einsteiger unbedingt zu empfehlen: Version1. Wer über die Syntax hinaus ist, und etwas tiefer gehen möchte: Version2 ist auch uneingeschränkt zu empfehlen!

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