Unix oder Windows - Welches Betriebssystem?

Every Operating System sucks. Some just suck less.

Das perfekte Betriebssystem (OS, Abkürzung für Operating System) gibt es nicht. Die Wahl fällt eher auf das geringste Übel. Klingt sehr negativ, ist aber gar nicht so gemeint. Wenn Du viel Zeit am Computer verbringst, merkst Du was ich meine. Abgesehen von einigen Macken, kannst Du bestimmte Aufgaben und Arbeiten mit einigen Systemen besser umsetzen. Gerade in der Software Entwicklung spielt die Wahl der Plattform eine große Rolle. Wir haben uns einige Gedanken dazu gemacht und richten uns mit unserem Ergebnis an Einsteiger, aber auch an alle anderen die bisher nur auf einem System „Zuhause sind“.

Überlegungen dazu im Video

Hier einige Überlegungen dazu im Youtube Video:

Das ist noch nicht alles! Wir haben auch noch ein paar Sätze dazu geschrieben.

Welche Alternativen haben wir?

Wie im Video erwähnt, kann man ganz streng genommen zwischen der Unix- und der Windows-Welt unterscheiden. Die größte Konkurrenz zu Windows sind Mac OS X und Linux. Das sind jedoch auch beides Systeme, die auf Unix aufbauen.

Windows ist kein System, dass für Entwickler geschaffen wurde. Es wurde viel mehr für Anwender geschaffen, immer zumindest vor dem theoretischen Hintergrund es diesem so einfach wie möglich zu machen. Wenn Du in die Windows Programmierung einsteigen willst, führt natürlich kein Weg daran vorbei. Zum lernen, experimentieren und erforschen von Computern empfehlen wir aber ein Unix-System. Der gesamte Aufbau und die Bestandteile des Computer, aussagekräftige Meldungen und die Geschichte lassen sich dort viel besser nachvollziehen.

Die klare Empfehlung: ein Linux System. Ganz konkret: Gentoo Linux! Viel näher kann man dem Aufbau des Betriebssystems nicht mehr kommen. Hier werden alle Teile transparent vom Anwender zusammengestellt. Es eignet sich sicher als Desktop Umgebung, ist aber mindestens als Lernprojekt mehr als sinnvoll.

Für die tägliche Arbeit ist Mac OS X ebenfalls zu empfehlen. Der Mac ist das einzige UNIX-Betriebssystem, dass eine derart wundervolle grafische Oberfläche anbietet und es geschafft hat die grafische Welt so gut mit dem Kern zu verknüpfen. Der Unix Kern wird hier bewusst etwas verschleiert. Als Anwender musst Du damit nicht in Berührung kommen, wenn Du nicht willst. Toll jedoch: Du kannst! Mac OS X vereint beide Welten: die mächtige Unix-Umgebung und eine wunderhübsche grafische Oberfläche.

Unix: Von Entwicklern für Entwickler

Unix ist von Entwicklern für Entwickler geschrieben worden. Es ist unmittelbar mit der Geschichte von der Sprache C verbunden. Ein großer Pionier namens Dennis Ritchie ist für beides mitverantwortlich. Die Sprache ist allgegenwärtig und ist auch heute, knapp 40 Jahre später, noch die Grundlage für alle wichtigen Systeme. Die Integration und die historische Entwicklung könnten beides nicht enger miteinander verknüpfen. Wenn Du mit C nicht nur oberflächlich in Kontakt kommen möchtest, ist Unix genau das richtige.

Außerdem: Viele Sprachen die wir heute nutzen, sind unter Unix entstanden. Das stellt eine optimale Integration in das Betriebssystem sicher. Klar gibt es mittlerweile auch Portierungen auf Windows. Das ist jedoch manchmal durchaus suboptimal, weil Windows einfach vollständig anders aufgebaut ist. Das beginnt beim Dateisystem, geht über die Art wie Befehle ausgeführt werden und auch die Umgebung zur Laufzeit. Etwas wie die Unix-Shell gibt es unter Windows gar nicht. Die Einggabeaufforderung (der DOS-Prompt) ist nicht mal im Ansatz vergleichbar so mächtig.

In der langen Historie, also den vielen Jahren seit 1972, haben sich endlos viele Tools und Werkzeuge für Programmierer entwickelt. Die Hauptzielgruppe war lange Zeit die Entwicklergemeinde. Man hat für sich Werkzeuge erstellt. Ein derartiges Angebot findest Du auf keiner anderen Plattform.

Optimal, gerade für Anfänger: Opensource Software. Klar sind OpenSource Programme in der Regel kostenlos (free as in free beer). Das ist allerdings nicht das Hauptaugenmerk. Noch viel wichtiger: Man kann den Quellcode einsehen. Kann genau nachvollziehen, wie sich Funktionen realisieren lassen. Du kannst mit dem Code arbeiten, ihn studieren und verändern. Eine solche Tradition hat die Windows-Welt nicht. Gäbe es dies nicht, wäre das Leben für Anfänger quasi rein von proprietären Dokumentationen abhängig. Tutorials, Bücher von Anderen und Blogbeiträge könnten gar nicht in dem heutigen Umfang geschrieben werden.

Die Unix-Shell ist bereits ein Thema, mit dem wir eigene Beiträge füllen können und in Zukunft auch wollen. So viel zusammen gefasst: Sie ist aber ein unglaublich mächtiges Werkzeug, mit dem man ganze Computer konfigurieren, steuern und einrichten kann. Gutes Beispiel sind Webserver, die irgendwo hunderte Kilometer entfernt stehen. Man steuert diese rein über die Shell.

Fazit: Computer besser verstehen

Die klare Empfehlung lautet Unix. Selbst Windows-Entwickler sollten über den Tellerrand schauen und sich einmal intensiv z.B. mit Linux befassen. Derartig Einblicke in den Aufbau von einem Betriebssystem lässt Windows einfach konzeptbedingt gar nicht zu.

Generell gilt die Empfehlung natürlich ganz besonders. Wenn Du Entwickler werden willst, musst Du Dir einfach Unix-Kenntnisse aneignen. Es ist nicht nur lehrreich, sondern auch eine optimale Basis für die weitere Entwicklerkarriere. Programmieren macht doppelt so viel Spaß. Besonders gut geeignet sind wie erwähnt Gentoo Linux oder auch die BSD Varianten, z.B. FreeBSD, NetBSD oder OpenBSD.

Die optimale Verbindung beider Welten ist Mac OS X. Die optimale gestaltete grafische Oberfläche gibt es auf keinem anderen Betriebssystem. Gleichzeitig hat man über den Terminal vollen Zugriff auf die Unix-Ebene darunter. Das bietet Dir also die besten Aspekte der Unix-Welt, vereint mit den Annehmlichkeiten der grafischen Umgebung. Zudem ist ein Mac weniger Wartungsintensiv. Sicher gibt es Updates, aber „alles funktioniert in den meisten Fällen einfach“. Das ist wegen der gegebenen und dezentralen Natur von OpenSource-Projekten leider bei Linux-Derivaten auch heute noch nicht immer Fall.

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