Arbeitsplatz der Zukunft?

Wie sieht er aus, der Arbeitsplatz der Zukunft? Bist Du noch Festangestellter? Vielleicht Freelancer? Ist die Arbeit im Homeoffice vielleicht »Dein Ding«? Wie werden sich Unternehmen im Bezug auf Fachkräfte aufstellen? Ich glaube gerade für Entwickler, stehen spannende Zeiten bevor. Inspiration für diesen Artikel ist die Blogparade »Arbeitsplatz der Zukunft« vom Web & Mobile Bereich der Cebit. Im Schwerpunkt behandelt dieser Artikel vor allem die Entwickler-Sicht auf das Thema.

Arbeitsplatz der Zukunft?

Eine spannende Frage, wo und wie wir in Zukunft arbeiten werden. Ich denke, dass es die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, was heute eher die Ausnahme ist, verstärkt gibt. Vor allem Programmierer können mindestens ebenso gut im Homeoffice arbeiten. Ständig auftretende Fragen sind eher ganz konkret. Für eine Antwort ist kein Meeting notwendig. Konzepte und Besprechungen fallen nicht weg, können aber mindestens genauso gut online stattfinden. Nicht nur das Prinzip »physische Präsenz« halte ich für für überholt. Ich arbeite zudem Zuhause deutlich besser:

  • weniger Ablenkung durch Telefone, Kollegen und Smalltalk
  • viel besserer Arbeitsplatz (27‘ IMac + 2 externe Monitore)
  • ungestörtes Arbeiten mit Musik ohne Kopfhörer
  • kein Zeitverlust für Hin-/Rückfahrt
  • keine Essen Morgens vorkochen
  • und so weiter

Aber abgesehen von den Annehmlichkeiten und persönlichen Vorzügen, halte ich es nicht für notwendig ein Team jeden Tag zur Präsenz zu zwingen. Es kostet Zeit, die Bürofläche muss teuer bezahlt werden und alle beteiligten müssen sich in irgendeiner Form einschränken. Es geht auch anders.

Dezentrale Firmen

Das zeigen Startups wie Buffer oder Basecamp (ehemals 37 Signals). Die Teams arbeiten überall auf der Welt verteilt und sehen ich nur wenige Tage im Jahr, wenn überhaupt. Eine fachliche Notwendigkeit besteht dafür nicht. Da rückt viel mehr das Zwischenmenschliche in den Vordergrund. Das wirkt sich ohne Frage positiv auf den Teamgeist aus. Es ist für den Erfolg aber keine Voraussetzung. Opensource Projekte sind vor allem im Entwicklerumfeld der beste Beweis. Unabhängig von der Form der Beschäftigungsform, wird es mehr Firmen geben, die dem Beispiel folgen.

Cloud-Dienste

Die Möglichkeit sich dezentral aufzustellen, ist vorhanden. Vor allem die bereits vorhandenen Clouddienste ermöglichen dies. Ich glaube, dass die notwendige Akzeptanz steigt. Alles, was zum verteilten Arbeiten vom Homeoffice aus notwendig ist, gibt es bereits. Ich nutze bspw.

  • OpenVPN zur Anbindung vom Intranet
  • Sourcecode-Management per Github
  • Skype (Chat/Telefonie)
  • Dropbox als Cloudspeicher
  • Office-Dokumente per Google Documents
  • Evernote für Notizen
  • gemeinsame Todo-Listen (Trello)
  • Zeiterfassung online (mite)
  • Rechnungswesen online (Billomat)
  • Usw.

Ausgereifte Technik für verteiltes Arbeiten ist also vorhanden.

Mehr Freelancer

Ich glaube zudem fest daran, dass es vermehrt Freelancer geben wird. Im Webumfeld gibt es die heute schon. Spezialisten fokussieren sich auf ein paar Kernthemen und bedienen Kunden in diesem Umfeld. Je komplexer das Software-Angebot, desto mehr Nischen gibt es um sich als Freelancer zu etablieren.

Die klassische Agentur, die für jedes Themengebiet einen Experten beschäftigt, wird es irgendwann nicht mehr geben. Die zunehmend komplexer werdende Software- und Webwelt macht es unmöglich alle Fachgebiete über Festangestellte anzubieten. Früher gab es in einer Internetagentur zum Beispiel Designer und Entwickler. Das ist mittlerweile viel breiter gefächert. Und für die meisten Fachgebiete gibt es entsprechende Freelancer, deren Dienste man für konkrete Aufgaben buchen kann.

Es gibt zum Beispiel dedizierte Javascript Entwickler und Frontend Experten nur für HTML/CSS. Hinzu kommen Backend Entwickler, die sich mit einzelnen Frameworks oder CMS-Lösungen auskennen. Der klassische »Allround PHP-Entwickler« ist so nicht mehr gefragt. Da wird bspw. unterschieden zwischen Experten für Typo3, WordPress, Magento, Zend Framework, Symfony usw. Eine einzelne Person kann gar nicht so ohne weiteres genug Erfahrung in allen Bereichen aufbauen und das Wissen aktuell halten. Dieser Trend wird zunehmen.

Probleme der Zukunft?

Diese Form von Arbeit setzt natürlich ein hohes Maß an Eigenverantwortung voraus. Ähnlich wie im Studium ist man dafür Verantwortlich am Ball zu bleiben, Ergebnisse zu liefern und auch ohne »Überwachung« zu arbeiten. Auch die Fähigkeit, die Arbeit selbst zu organisieren und Prioritäten zu berücksichtigen ist enorm wichtig. Das sind jedoch eher soziale »Probleme«, die mit Disziplin und vor allem den richtigen Gewohnheiten zu tun haben. Technisch lässt sich das nur schlecht lösen.

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