Die folgenden 10 Gewohnheiten findest Du bei erfolgreichen Programmierern. Doch was bedeutet das eigentlich – Erfolg? Vor allen Dingen in diesem Kontext? Jeder hat andere Ziele und Wertvorstellungen. Erfolg im Leben wird subjektiv vor allem daran gemessen. Kann ich überhaupt von „erfolgreichen Entwicklern“ sprechen? Ja – unbedingt! Mehr im Artikel.

So kannst Du Dir erfolgreiche Entwickler vorstellen

Ich meine mit der Einstufung als „erfolgreich“ Entwickler die sich in der Wirtschaft langfristig behaupten. Eine Festanstellung behältst Du nicht über Jahre, wenn keine Leistung erfolgt. Gleichzeitig bedeutet persönlicher Erfolg aber nicht nur rein logisch in einer guten Situation zu sein: renommiertes Unternehmen, finanziell Attraktive Entlohnung, spannende Benefits. Auch die Zufriedenheit mit den Rahmenbedingungen, Respekt anderer Entwickler und eine Integration im Team sind wichtige Faktoren.

Was hilft das große Gehalt, wenn dafür der Rest nicht stimmt? Auch wenn das persönliche Interesse am Aufgabengebiet nicht vorhanden ist, bist Du nicht wirklich erfolgreich. Vielleicht vergeht irgendwann ganz die Lust? Zur Arbeit und in die Firma musst Du Dich zwingen. Das kann aus meiner Sicht auch Geld auf Dauer nicht ausgleichen.

Die folgenden 10 Gewohnheiten sind Arbeits- und Denkweise die beide Felder abdecken – das persönliches Interesse an der Aufgabe und wirtschaftlich sinnvolles Handeln.

#1 Entwickle mit der Kundenbrille

Software wird in Unternehmen nach Vorgaben erstellt. Entweder sind es Dienstleistungen für Auftraggeber. Hier entscheidet der Kunde und steckt Ziele fest. Bei internen Projekten für ein Unternehmen ist bspw. ein Projektleiter oder eine Abteilung der „interne Kunde“. Auch hier gilt es Ziele zu erreichen. Das können verbesserter Umsatz im Webshop sein, bessere Conversionrate auf einer Landingpage oder ein neues Feature in einer App sein. Schaust Du durch die Kundenbrille auf ein Softwareprojekt, stehen diese Ziele im Fokus. Mitdenken erwünscht, speziell wenn damit die Ziele noch besser erreicht werden können!

Ein Auge für technische Details und Raffinesse ist nicht falsch. Speziell wenn es mit etwas Weitblick verbunden ist, mögliche Erweiterungen berücksichtigt werden oder der Aufwand für Pflege und damit verbundene Betriebskosten verringert werden. Im Hinterkopf sollte jedoch das KISS-Prinzip bleiben: Keep It Stupid Simple. Anders gesagt: So einfach wie möglich, so komplex wie nötig.

#2 Mach Dich mit Versionsverwaltung vertraut

Versionsverwaltung ist ein MUSS. Professionelle Entwicklung kann gar nicht ohne eine Versionskontrolle erfolgen. Das ist Fakt. Alle Alternativen Ansätzen führen früher oder später zu Chaos, redundantem Code und einem Mehraufwand an Pflege. Noch schlimmer: Änderungen lassen sich später gar nicht mehr im Detail nachvollziehen. Auch ein bestimmter Stand vom Zeitpunkt „x“ kann ohne eine Softwarelösung wie Git o.ä. nicht wiederhergestellt werden. Und das sind nur Probleme die sich ergeben, wenn keine weiteren Entwickler beteiligt sind.

Im Team an der gleichen Software arbeiten bringt eine ganz andere Qualität an Problemen und Fehlerquellen mit sich. Wie stellen Sie sicher, das nicht einer von 5 Entwicklern gerade an der gleichen Datei arbeitet? Noch schlimmer: Was wenn dies aus Versehen passiert? Oder wenn Änderungen überschrieben werden?

#3 Mach Dich selbst entbehrlich

Ein Software-Entwickler sollte sich in einem Team entbehrlich machen. Dabei ist unmittelbar der Programmierer gemeint – der technische Aspekt Deiner Arbeit. Eine Rolle als Projektleiter sei hier ausgeklammert.

Andere Entwickler der gleichen Abteilung – ähnliche Erfahrung vorausgesetzt – sollten Deine Projekte übernehmen und verstehen können. Dazu gehört dokumentierter Quellcode, verständliche Implementierung und die Orientierung an sauberen Lösungen. Wenn die Programmiersprache oder ein Framework die Richtung vorgeben, schwimm nicht dagegen an. Schlag nicht durch „Workarounds“ oder „Hacks“ ein Sonderweg ein, den niemand erwartet. Sei Teil der Lösung, nicht des Problems.

#4 Kommunikation ist der Schlüssel

Im Team arbeiten bedeutet vor allen Dingen mit anderen Entwicklern zu kommunizieren: Aufteilen der Aufgaben, gegenseitige Hilfe bei Problemen, Absprachen mit Kunden und Kommunikation über Fortschritte. Auch die Rückmeldungen an den Projektleiter sind eine kommunikativer Prozess. Je besser Du mit Menschen umgehen kannst, desto eher kannst Du auch erfolgreich in einem Team arbeiten.

Sei auch offen und empfänglich für die Anliegen von anderen. Es ist eine Seite der Medaille wenn Du auf andere Leute zugehen kannst. Sei zeitgleich auch jemand den man gerne anspricht. Be easy to talk to.

#5 Leidenschaft für Software-Entwicklung

Es gibt schlaue Leute die gerne das „lebenslange Lernen“ erwähnen. Gerade im Bereich der IT ein Dauerbrenner. Zugegeben entwickelt sich die Computerwelt auch extrem schnell. Die Sichtweise als Software-Entwickler ist jedoch eine ganz andere.

Die oben angesprochene Aussage stammt häufig von Leuten die ein Studium im Bereich Wirtschaft absolviert haben. Der Begriff „Lernen“ ist gern auch Synonym für „Fortbildungen“, „Seminare“ und „Schulungen“. Sicher alles probate Mittel um einen Einstieg zu finden. Von Menschen mit viel Erfahrung auf einem Gebiet kann man wunderbar lernen! Einen besseren Mentor gibt es nicht.

Wenn Software jedoch ohnehin eine Leidenschaft ist, sind neue Technologien eher eine Faszination. Natürlich „lernt“ man immer weiter, aber eher spielerisch. Steve Jobs hat die Begründung mit einem tollen Satz auf dem Punkt gebracht:

The only way to do great work is to love what you do.

Besser könnte man diesen Punkt nicht zusammenfassen.

#6 Entwickle ein Entrepreneur-Mindset

Der durchschnittliche Angestellte betrachtet die Welt auch als solcher. Die geleistete Arbeit ist vergleichbar, aber der Fokus liegt auf dem eigenen Schicksal. Das ist bei erfolgreichen Unternehmern, oder Menschen die eben so denken, anders. Ist als Angestellter auch nicht wichtig? Falsch. Die folgenden Punkte stellen die beiden Denkweisen gegenüber:

Mentalität als Entrepreneur Mentalität als Angestellter
Welchen Beitrag kann ich leisten? Was steht mir zu?
Fokus auf das Resultat. Fokus auf den Ertrag.
Konzentration auf das was gebraucht wird Fokus auf das was gefordert wird
Sich selbst entbehrlich machen Sich selbst unentbehrlich machen
Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen Verantwortung abgeben
Lebensumstände sind Momentaufnahmen Lebensumstände sind eher statisch

Quelle: The Education of Millionaires (Affiliate link). Finde ich absolut treffend. Tolles Buch, klare Empfehlung! Speziell der Fokus auf den möglichen Beitrag ist ein Schlüssel zum Erfolg.

#7 Erledige Aufgaben zuverlässig

Ganz wichtig ist zuverlässige Arbeit. Wenn regelmäßig bei den Dir übertragenen Aufgaben Probleme auftreten, möchte am Ende niemand mehr mit Dir arbeiten. Wenn etwas nicht fertig wird: kommuniziere das rechtzeitig. Sei es vor dem Wochenende oder dem Urlaub. Wenn Deine Jobs bei Kollegen landen, ist müssen sie die Suppe auslöffeln.

Auch wenn regelmäßig Deine Umsetzungen Probleme verursachen, wirst Du früher oder später als Fehlerquelle oder Problemquelle abgehakt. Vielleicht äußert das niemand öffentlich. Ein innerer Dialog dazu ordnet die Fehlermeldungen aber ggf. entsprechend ein. Das Ergebnis: Vielleicht bekommen auf Dauer andere die wichtigen Aufgaben.

Fühl Dich einfach für die Dir übertragenen Aufgaben verantwortlich und sorg für ausreichende Kommunikation: mit den Kollegen, Projektleitern und ggf. Kunden.

#8 Give something back

Als erfolgreicher Entwickler arbeiten und denken ist die eine Sache. Wenn Du genug Erfahrung hast um anderen zu helfen, tue dies auch! Das kann auf kleiner Ebene vor-Ort anfangen. Vielleicht kannst Du Dein Wissen auch in Blogs veröffentlichen? Vielleicht schreibst Du Artikel in einem Fachmagazin? Eventuell kannst Du Dein Wissen über Youtube weitergeben? Oder sogar ein eBook schreiben? Es ist gar nicht falsch, wenn Du dabei auch profitieren kannst. So ergibt sich eine WIN-WIN Situation. Außerdem hilft ein monetärer Ausgleich auch weitere Angebote zu erstellen. Wichtig nur: Du musst den Fokus auf das Resultat legen (siehe Punkt #6!). Schaffe echten Mehrwert für andere.

#9 Positives Denkweise

Alle Entwickler die ich kenne sind positive Menschen. Das ist nicht nur eine Redensart, das ist eine geistige Haltung. Die kann man sogar lernen. Positives Denken macht Dich als Mensch viel interessanter. Wer möchte schon mit jemanden arbeiten der immer nur meckert? Manchmal sind es die Lebensumständen, manchmal der Montag, der „doofe Kunde“ oder das Wetter (wenn sonst gerade keine Zielscheibe greifbar ist. Das muss nicht sein. Bejahe das Leben! So wirst Du viel interessanter.

#10 Auge auf Qualität

Ein Auge für die Qualität einer Lösung ist wichtig. Nicht nur der Nutzen und der Mehrwert stehen im Fokus. Die Punkte kann man manchmal bei Kundenaufträgen gar nicht beeinflussen oder überhaupt einschätzen. Was aber immer geht: Qualität abliefern. Sicher ist nicht immer das Budget für automatisierte Tests vorhanden. Das ist aber kein Freibrief für unsaubere Arbeit.

Der Punkt grenzt sich von Punkt #7 insofern ab, als das hier wirklich die Qualität der Implementierung gemeint ist. Kopiere nicht einfach Quellcode. Refaktoring und Vereinfachungen können helfen. Auch ein Code-Review mit Kollegen kann helfen. Vier Augen sehen mehr als zwei.

Kommentare (2)

  • Marie

    3 Jahren ago

    Es freut mich gerade sehr, dass du hier geschrieben hast wie wichtig das Entrepreneur-Mindset ist. Als ich das erste Mal angestellt war, da war ich regelrecht abgeschreckt von den anderen Mitarbeitern, weil sie eben das „Angestellten-Mindset“ hatten und sich immer nur beschwert haben. Da ich aus der Selbstständigkeit kam, fand ich das furchtbar. So würde mir mein Leben kein Spaß machen, wenn ich die ganze Zeit nur Grund zum meckern hätte, weil ich ja angeblich immer zu kurz komme.
    Dein Artikel bringt es absolut auf den Punkt. Falls ich irgendwann man vom Weg „abgleiten“ sollte und mein Mindset darunter leiden sollte, werde ich hier her zurückkehren und mir den Artikel wieder durchlesen. Es ist eine super Möglichkeit, um auf der Spur zu bleiben. Danke dafür

    • Jan Brinkmann

      3 Jahren ago

      Hey, vielen Dank für Deinen Kommentar. Gib jedes mal neue Motivation. Freut mich, wenn es andere auch so sehen! 🙂

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